Holzfenster und Schallschutz

Jeder Mensch möchte in seiner Wohnung oder seinem Haus Erholung, Ruhe und einen erholsamen Schlaf finden. Zur Umsetzung dieser Bedürfnisse gehört, dass wir uns frei in der Wohnung bewegen können und unseren Bedürfnissen nachgehen können. Dazu zählen z.B. Telefon, Rundfunk und Fernsehen u.v.a. mehr. In der Nacht sollte der Schlaf frei von lauten Geräuschen sein. Es gehört aber auch dazu, dass die Fenster, der Zugang zum Balkon  oder Terassentüren von Zeit zu Zeit auch einmal geöffnet werden. Leider gibt es aber auch immer wieder Lärmquellen, wie den Straßenverkehr, der als am meisten als störend empfunden wird. Für einige Mitmenschen ist der Verkehrslärm so unerträglich, dass diese am liebsten die Fenster und Türen "zumauern" würden.

Holzfenster bieten Lärmschutz

Der Forderung nach mehr Lärmschutz von Betroffenen, wird vielfach nicht mit dem nötigen Nachdruck nachgegangen. Dazu kommt, dass die Gegebenheiten vor Ort und auch die städtebauliche Konzeption nicht immer aktive Maßnahmen zur Lärmverringerung zu lassen. Wenn im  innerstädtischen Bereich aktive Maßnahmen zum Schallschutz sehr oft nicht oder nur in geringem Maße möglich sind, so sollten zum Schutz der Wohnungen vor Außenlärm wenigstens die Anforderungen an die Schalldämmung der Außenbauteile erfüllt werden.

Die Anforderungen an den Schallschutz beziehen sich dabei auf alle Bauteile im Außenbereich, d.h. Außenwände, Dächer, Fenster, auch Holzfenster, Türen, wie Holztüren oder Holzeingangstüren, Rolladenkästen, Lüftungseinrichtungen. Dabei nehmen in dieser Aufzählung vor allem die Fenster (Holzfenster) einen herausragenden Platz ein.
 
Den Holzfenstern kommt beim Schutz gegen Lärm von Außen eine besondere Bedeutung zu. Bei der Auswahl der richtigen Holzfenster ist die Belastung durch Lärm von Außen zu beachten. Dabei spielt der Schalldämmwert von Fenstern allgemein, auch von Holzfenstern, der unter Laborbedingungen ermittelt wird, eine wichtige Rolle. Der Schalldämmwert von eingebauten Fenstern kann durch Ungenauigkeiten bei der Montage der Holzfenster u.a. um 2 - 3 dB niedriger sein.

Holzfenster als Schallschutzfenster

Bei neuen Holzfenstern wird die Schalldämmung durch die verschiedenen Konstruktionen erreicht. Ältere Holzfenster kann man auch aufarbeiten und damit in Schallschutzfenster verwandeln. Natürlich wird damit ein optimaler Schallschutz zwar kaum erreicht, aber diese Korrekturen an den Holzfenstern sind in der Regel billiger als eine Totalerneuerung.

Holzfenster, Fensterarten und Schallschutzfensterklassen

Holzfenster lassen sich hinsichtlich ihres grundsätzlichen konstruktiven Aufbaus in drei Arten einteilen. Die nachfolgende Aufzählung der Fensterarten spiegelt auch die steigende Schalldämmung wider:

- Einfachfenster ist aus einem Flügelrahmen gefertigt und kann mit einer Einfachscheibe oder auch mit einer Isolierglasscheibe versehen sein. Holzfenster als Einfachfenster mit Isolierverglasung sind mit unterschiedlichen Schalldämmwerten bis 50 dB verfügbar. Vorwiegend werden diese Holzfenster jedoch im Bereich der Schallschutzklassen 1 bis 3  (25 bis 40 dB) verbaut. Holzfenster als Einfachfenster mit Isolierverglasung, die auch aus Gründen des Wärmeschutzes montiert werden, haben eine Schalldämmung von gut 30 dB.

- Verbundfenster bestehen aus zwei Flügelrahmen, die durch eine Verriegelung verbunden sind. Nur ein Flügelrahmen ist am Blendrahmen angeschlagen. Geöffnet werden sie über gemeinsame Beschläge. Holzfenster als Verbundfenster werden üblicherweise für die Schallschutzklassen 3 bis 5 (35 bis 50 dB) eingesetzt.

- Kastenfenster bestehen aus zwei Flügelrahmen, die nacheinander geöffnet werden müssen. Der Blendrahmen kann aus einer Einheit bestehen. Bei hohen Ansprüchen an den Schallschutz kann dieser auch getrennt sein, so dass jeder Rahmen über einen Blendrahmen verfügt. Kastenfenster erfüllen die hohen Schallschutzanforderungen der Klassen 5 und 6 (45 bis 60 dB).

Bei Holzfenstern deckt die Schalldämmung je nach Konstruktion und Güte den weiten Bereich von etwa Rw  = 20 bis 60 dB ab. Die Schalldämmung von Holzfenstern wurden in 5-dB-Klassen eingeteilt um alle Fenster innerhalb einer Klasse als schalltechnisch gleichwertig anzusehen. Schallschutzfenster werden in sechs Schallschutzklassen eingeteilt.

Holzfenster schützen vor Lärm

Holzfenster und Einflüsse auf die Schalldämmung

Im physikalischen Sinn sind Verkehrsgeräusche eine Luftschallübertragung, d.h. die Schallenergie wird über das Medium Luft weitergeleitet. Konkret heißt das, dort, wo Luft in das Gebäude eindringen kann, so z.B. freie Fugen, Ritzen, Öffnungen, auch Schallenergie als Luftschall in die Gebäudehülle gelangen kann. Daher ist für eine effektive Schalldämmung die Dichtheit des Gebäudes von Bedeutung.



Durch nachfolgende Eigenschaften wird die Schalldämmung von Holzfenster erreicht:

- hohe Fugendichtigkeit zum Mauerwerk vom Rahmen und zwischen Flügel und Rahmen,
- großer Scheibenabstand,
- unterschiedliche Scheibendicken,
- große Gesamtdicke der Scheiben.
 
Wesentliche Einflussgrößen für den Schallschutz von Fenstern sind daher die
 
 - Verglasung (Dicke und Aufbau)
 - schalltechnische Qualität des Blendrahmens und des Flügelrahmens
 - Dichtung des Blendrahmens gegen den Flügelrahmen und
 - Dichtung des Blendrahmens gegen das Mauerwerk, d.h. Anschluss der Fenster an  den Baukörper
Holzfenster Verglasung

Das Schalldämm-Maß bei der Einfachscheibe wird durch die Dicke der Scheibe bestimmt. Es gilt allgemein: Je stärker die Verglasung vom Holzfenster ist, je höher ist der Schalldämmwert.

Beim sogenannten Spuranpassungseffekt in einem bestimmten Frequenzbereich tritt eine stark verminderte Schalldämmung auf, bedingt durch vorwiegend gerichtet einfallenden Schall. Wenn Geräusche überwiegend aus einer bestimmten Richtung schräg auf die Scheibe auftreffen, ist das zu beachten. Um den Spuranpassungseffekt abzuschwächen, sollten bei Doppelverglasungen verschieden dicke Scheiben gewählt werden. In der Regel wird die dickere Scheibe aus statischen Gründen nach außen orientiert. Eine Erhöhung des Schalldämm-Maßes wird vor allem durch Verwendung von Verbundglas in ein- oder mehrschaliger Verglasung erreicht. Für höhere Schalldämmwerte werden i.d.R. Mehrscheibenverglasungen verwendet. Einfluss auf die Schalldämmung hat dabei die Größe des Luftzwischenraumes zwischen den Scheiben.